Klahr    Alfred Klahr Gesellschaft

Verein zur Erforschung der Geschichte der Arbeiterbewegung

Drechslergasse 42, A–1140 Wien

Tel.: (+43–1) 982 10 86, E-Mail: klahr.gesellschaft@aon.at


 

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Die Alfred Klahr Gesellschaft

Die Alfred Klahr Gesellschaft (AKG) ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Wien, deren Tätigkeit ausschließlich wissenschaftlichen und volksbildnerischen Zwecken dient. Ihre Aufgabe ist die Erforschung der Geschichte der Arbeiterbewegung.
Benannt ist der Verein nach Dr. Alfred Klahr (1904–-1944), Mitglied des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Österreichs und Opfer des Faschismus, der in seinen Schriften 1937/38 die Herausbildung einer eigenständigen österreichischen Nation marxistisch begründete und damit einen entscheidenden Beitrag zur national-patriotischen Fundierung des Widerstandskampfes gegen die deutsch-faschistische Fremdherrschaft sowie zur Wiederherstellung der demokratischen Republik Österreich am 27. April 1945 leistete.
Die Gründung der AKG im Herbst 1993 erfolgte zu dem Zweck, das Archiv und die Bibliothek der Kommunistischen Partei Österreichs als nationales Kulturgut zu sichern, zu verwalten und wissenschaftlich zu erschließen. Neben dieser Aufgabe oblag und obliegt es der AKG, viermal jährlich ein Mitteilungsblatt herauszugeben, öffentliche Veranstaltungen (Vorträge, Symposien usw.) zu organisieren und die Zusammenarbeit sowie den wissenschaftlichen Austausch mit Institutionen und Personen im In- und Ausland zu pflegen, die den Zielen der AKG förderlich sind.
Die konstituierende Generalversammlung am 13. November 1993 in Wien wählte den Historiker Univ.-Prof. Dr. Hans Hautmann zum Präsidenten. Weitere Mitglieder des ersten Vorstandes waren u.a. der ehemalige Parteivorsitzende der KPÖ, Franz Muhri, die kommunistischen Widerstandskämpferinnen und -kämpfer Irma Schwager, Maria Cäsar, Margareta Klug, Robert Bondy, Vinzenz Böröcz, Otto Brichacek, Franz Kain, Max Muchitsch, Dr. Eduard Rabofsky, Rudolf Schober, Dr. Jakob Zanger und Dr. Heinz Zaslawski, der Rechtsanwalt Dr. Walther Leeb sowie die Historiker Dr. Winfried R. Garscha und Univ.-Prof. Dr. Gerhard Oberkofler. Zum wissenschaftlichen Leiter der AKG wurde Dr. Wilhelm Weinert bestellt, der schon in den Jahren zuvor das Archiv der KPÖ und die Bibliothek des Zentralkomitees betreut hatte. Die Agenden der Sekretärin übernahm Fini Seif, die diese bis heute wahrnimmt.
Die Alfred Klahr Gesellschaft entfaltete in der Folgezeit eine rege öffentliche Tätigkeit. Sie hielt jährlich sowohl ein großes wissenschaftliches Symposium als auch Veranstaltungen mit Vorträgen in kleinerem Rahmen ab. In den „Mitteilungen“ erschienen zahlreiche qualitätvolle Beiträge von Autoren und Autorinnen in- und außerhalb der AKG, wodurch sich das Vereinsorgan Ansehen in jener Szene verschaffte, die an marxistischen, klassenorientierten und für die Sache der arbeitenden Menschen Partei ergreifenden Analysen interessiert ist. Mittlerweile werden die „Mitteilungen“ von über 1.000 Personen und Institutionen im In- und Ausland bezogen, darunter von allen zeitgeschichtlichen und politikwissenschaftlichen Instituten der österreichischen Universitäten.
Eine lückenlose Dokumentation der öffentlichen Veranstaltungen und der in den „Mitteilungen“ enthaltenen Beiträge seit dem Jahr 1994 ist auf der Homepage der AKG abrufbar.
Über die wechselvolle Geschichte und die Bestände des Parteiarchivs der KPÖ und der ZK-Bibliothek unterrichtet die erste größere Publikation der Alfred Klahr Gesellschaft, der Sammelband „Quellen & Studien“, der auch eine Darstellung der Aktivitäten der Gesellschaft bis 1999 und Beiträge zu verschiedenen Aspekten der österreichischen Geschichte des 20. Jahrhunderts enthält.
Im Jahr 2005 ist die AKG aus finanziellen und personellen Gründen genötigt gewesen, die Verwaltung des Archivs der KPÖ zurückzulegen. Die Parteiführung hatte sich infolge des Novum-Urteils nicht mehr imstande gesehen, den Posten des wissenschaftlichen Leiters der AKG weiter zu finanzieren, sodass das Dienstverhältnis zu Willi Weinert gelöst werden musste. Da eine seriöse Betreuung eines Archivs ohne einen angestellten und mit seinen Beständen vertrauten Archivar nicht möglich ist, hat die Generalversammlung am 26. November 2005 im Einvernehmen mit den Eigentümervertretern des Parteiarchivs festgelegt, die AKG aus dieser Funktion zu entlassen.
Zugleich beschlossen d
ie Mitglieder der AKG auf den Generalversammlungen 2004 und 2005 mit großer Mehrheit, dass der Verein fortbestehen und seine öffentliche Tätigkeit weiter ausüben solle. Zu diesem Zweck wurden die Statuten geändert und die AKG von „Alfred Klahr Gesellschaft. Archiv- und Bibliotheksverein“ in „Alfred Klahr Gesellschaft. Verein zur Erforschung der Geschichte der Arbeiterbewegung“ umbenannt.
Auch in der Position des Präsidenten erfolgte ein Wechsel. Auf Hans Hautmann, der im Sommer 2005 als Universitätsprofessor am Institut für Neuere Geschichte und Zeitgeschichte der Universität Linz in den Ruhestand trat und seinen Wunsch bekundete, künftig mehr Zeit für wissenschaftliches Forschen haben zu wollen, folgte Rechtsanwalt Dr. Walther Leeb. Mag. Manfred Mugrauer wurde zum wissenschaftlichen Sekretär gewählt, dem u.a. die organisatorischen Aufgaben der Herausgabe der „Mitteilungen“ sowie der Vorbereitung und Durchführung aller öffentlichen Veranstaltungen zukommen.
Eine neue und für die weitere Tätigkeit der AKG erfreuliche Perspektive resultierte aus den Wahlerfolgen der KPÖ Steiermark, die im Frühjahr 2006 mit deren Einzug in den Landtag mit vier Mandaten und damit der Erlangung des Klubstatus gipfelten. Letzteres eröffnete die gesetzliche Beteilung an der Parteienförderung und die Gründung eines eigenen „Bildungsvereins der KPÖ Steiermark“. Seither wirkt die AKG mit dessen Mitarbeitern, mit dem Klubobmann Ernest Kaltenegger und dem Landesparteivorsitzenden Franz Stephan Parteder eng zusammen.
Die Frucht dieser Kooperation waren bisher vier größere wissenschaftliche Veranstaltungen: Im Jahr 2006 das Symposium „Öffentliches Eigentum – eine Frage von Gestern?“ anlässlich des 60. Jahrestages der Verabschiedung des Verstaatlichungsgesetzes in Österreich in Leoben mitsamt einer Podiumsdiskussion, an der unter anderem der ehemalige Bundesminister Dr. Rudolf Streicher teilnahm; 2007 das Symposium „Österreich auf dem Weg in Militärbündnisse?“ in Graz und Wien, ergänzt durch eine Podiumsdiskussion in Graz unter Beteiligung des früheren Innen- und Außenministers Erwin Lanc; 2008 das Symposium „90 Jahre Republik – 90 Jahre KPÖ“ in Graz und Wien; und 2009 das Symposium (mit einer Podiumsdiskussion am Abend zuvor) zum Thema „1929 – 2009. Weltwirtschaftskrise damals und heute“, an dem u.a. Prof. Dr. Georg Fülberth mitwirkte. In der Reihe „Quellen & Studien“ sind Protokollbände dieser Symposien mit weiteren Beiträgen zum Thema erschienen.
Neben der Herausgabe der „Mitteilungen“ und der Organisierung öffentlicher Veranstaltungen edierte die AKG seit dem Jahr 2000 mehrere Bücher, u.a. – neben den genannten Tagungsbänden – einen Sammelband über den marxistischen Philosophen Walter Hollitscher, drei Publikationen von Hans Hautmann (Karl Marx – Friedrich Engels. Ein Vademekum über ihr Leben und Werk; Soziale Utopien und utopischer Sozialismus. Ein Vademekum zur Ideengeschichte des Sozialismus und Kommunismus von der Antike bis Marx; Das Protokoll des Arbeitertages vom 5. November 1916 in Wien), vier Bände unseres Vorstandsmitglieds Univ.-Doz. Dr. Peter Goller (Geschichte der Arbeitsrechtswissenschaft in Österreich; Marx und Engels in der bürgerlichen Ideologie und in der sozialistischen Theorie; Otto Bauer – Max Adler. Beiträge zur Geschichte des Austromarxismus (1904–1938); Geschichtsschreibung der österreichischen Arbeiterbewegung vor 1934), von Charlotte Rombach über die Schutzbundkinder in der Sowjetunion und einen weiteren Tagungsband über die „Krise des Arbeitsrechts“. Die Bücher können auch per Mail an die AKG bezogen werden.
Der Vorstand der AKG, der auf der Generalversammlung am 28. November 2009 in Wien neu gewählt worden ist, hat derzeit folgende Zusammensetzung: Dr. Walther Leeb (Präsident), Univ.-Prof. i.R. Dr. Gerhard Oberkofler (Vizepräsident), Irma Schwager (Vizepräsidentin), Dr. Elke Renner (Schriftführer), Dipl.-Ing. Friederike Lerch (Kassier), Mag. Alexander Dinböck, Dr. Winfried R. Garscha, Univ.-Doz. Dr. Peter Goller, Mag. Dr. Heimo Halbrainer, Univ.-Prof. i.R. Dr. Hans Hautmann, Dr. Lutz Holzinger, MMag. Martin Krenn, Maga. Dr. Claudia Kuretsidis-Haider, Mag. Simon Loidl, Mag. Manfred Mugrauer (wissenschaftlicher Sekretär), Drin. Elisabeth Rizy, Fini Seif, Ass.-Prof. Mag. Dr. Valentin Sima und Dr. Wilhelm Weinert.

Statuten der Alfred Klahr Gesellschaft

Vorstand der Alfred Klahr Gesellschaft

 

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