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Fritz
Probst: Mein Leben im Widerstand. Wien: Eigenverlag 2002, 136 Seiten,
broschiert, Euro 10.–
Ein gutes Beispiel von „oral history“ in Buchform – denn man meint
Fritz Probst gegenüber zu sitzen, man liest zwar, aber hört es aus ihm
heraussprudeln, wenn er sein Leben, seinen Werdegang rekapituliert. Keine
wissenschaftliche Aufarbeitung von Zeitgeschichte, kein verklärtes
„Heldenleben“, sondern die nachvollziehbare Entwicklung und Reifung eines
Menschen, der in seiner Jugend, durch die Umstände bedingt, seinen Platz in der
Arbeiterbewegung fand, im kommunistischen Jugendverband und dann in der KPÖ.
Was er als richtig erkannte, hat er in den verschiedensten Funktionen, unter
leichteren und schwierigeren Bedingungen mit der ihm eigenen Konsequenz
versucht, umzusetzen; wovon er überzeugt war, versuchte er anderen zu
vermitteln.
Für Leserinnen und Leser, die einen vergleichbaren Weg gegangen sind, weckt
jeder Abschnitt mit der Fülle von Namen und Details Erinnerungen.
Junge Menschen auf der Suche nach Informationen aus dem Leben ihrer Eltern oder
Großeltern finden ein klar dargestelltes Bild eines bewegten Jahrhunderts. Und
wie eine Probe belegt, fanden Leser, die die finsteren Zeiten zwar erlebt, aber
keine Kenntnis vom Kampf der Wenigen gegen das vermeintlich unbesiegbare Unrecht
hatten, Probst Schilderungen gerade wegen der unkomplizierten Direktheit nicht
nur informativ, sondern auch sehr bewegend. Die unbeirrbare Haltung, die (bis
heute) nicht erlahmende Energie Probsts im Einsatz für seine politischen Ziele
beeindruckten sie in gleichem Masse.
Dieses Buch soll gelesen werden – es füllt manche Lücke, bringt durch persönliche
Details, Fotos und Dokumente Farben in ein Lebensbild: ein Einzelschicksal, wie
es sich nur in einer Gemeinschaft Gleichgesinnter, die für alle ein Leben in
Menschlichkeit erstreben, entwickeln konnte. Somit auch ein Bild einer gesamten
Generation von opferbereiten Genossinnen und Genossen.
Es ist sicher auch Probsts Beharrlichkeit zu danken, dass Gewerkschaft und
Arbeiterkammer die Herausgabe unterstützt haben.
Erhältlich im Dokumentationsarchiv des österreichischen
Widerstandes, in der Alfred Klahr Gesellschaft und im Bundesvorstand der KPÖ.
Heinz Zaslawski
Mitteilungen der Alfred Klahr Gesellschaft, Nr. 1/2003 |