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Manfred Mugrauer: Die Politik der Kommunistischen Partei Österreichs in der
Provisorischen Regierung Renner
Als die führenden Köpfe der KPÖ im April 1945 aus dem Moskauer Exil bzw. aus
Slowenien zurück kehrten, war völlig unklar, wie sich die politische Landschaft
reorganisieren würde, welche Persönlichkeiten aus dem sozialdemokratischen und
bürgerlich-katholischen Lager für eine Regierungsbildung zur Verfügung stehen
würden. Bis zum Frühjahr 1945 war in der Konzeption der KPÖ der
„Österreichischen Freiheitsfront“ die entscheidende Rolle im Prozess der
Überwindung des Faschismus und des demokratischen Wiederaufbaus zugekommen. Sie
sollte sowohl beim Wiederaufbau staatlicher, regionaler und lokaler
Verwaltungsstrukturen und auch bei der Regierungsbildung im Mittelpunkt stehen.
Diese Orientierung war zunächst untrennbar mit der Hoffnung verbunden, dass der
Sturz des Hitlerregimes nicht nur von außen erfolgen würde, sondern auch durch
einen bewaffneten Volksaufstand herbeigeführt werden könnte bzw. zumindest in
der Endphase des Krieges große Teile der Bevölkerung in den Widerstand gegen das
Hitlerregime involviert werden könnten.
Die KPÖ-Parteispitze verfügte zum Zeitpunkt ihrer Rückkehr über keine
Informationen über die Designierung Karl Renners zum künftigen Regierungschef.
Die Entscheidung der sowjetischen Stellen für Renner war bereits vor der Ankunft
von Johann Koplenig und Ernst Fischer aus Moskau am 12. April 1945 gefallen.
Erst während ihrer Rückreise erfuhren sie von Stalins Weisung, Renner mit der
Bildung der Provisorischen Regierung zu betrauen. Diese Entscheidung kam für die
KPÖ-Parteiführung überraschend und stieß auf Ablehnung, hatten die führenden
österreichischen Kommunisten im Exil doch für einen unabhängigen Regierungschef
optiert, wobei der Name Josef Dobretsberger genannt wurde. Aufgrund der
Quellenlage muss jedoch unklar bleiben muss, ob die Ablehnung Renners auch
gegenüber den sowjetischen Stellen zum Ausdruck gebracht worden ist. Wesentlich
ist, dass es für die KPÖ kaum Möglichkeiten gab, die außenpolitische
Orientierung der Sowjetunion maßgeblich zu beeinflussen, schon gar nicht,
nachdem Stalin selbst sich auf Renner festgelegt hatte.
Dreiparteienverhandlungen
Karl Renner modifizierte seine Haltung gegenüber den KommunistInnen und
seinen Willen zu deren Einbindung in die Regierungsgeschäfte im Laufe des
Aprils, offenbar analog zu seinem Kenntnisstand über die politischen
Verhältnisse in Wien. Zunächst orientierte er in seinen Ausarbeitungen auf eine
provisorische Staatsregierung mit Dominanz von SPÖ und KPÖ und sandte Signale in
Richtung einer weitgehenden Einbindung der KPÖ aus. Es sei an dieser Stelle nur
an seinen Brief an Stalin vom 15. April erinnert, aus dem am deutlichsten sein
Wille zur Einbeziehung der KPÖ hervorgeht: „Daß die Zukunft des Landes dem
Sozialismus“ gehöre, sei „unfraglich“ und bedürfe keiner Betonung, schrieb
Renner an den „sehr geehrte(n) Genosse(n)“ und „ruhmbedeckten“ Oberbefehlshaber
der Roten Armee. Seinen Willen zur Einbindung der KPÖ artikulierte Renner auch
in einer Aussprache mit Marschall Tolbuchin, dem Oberbefehlshaber der 3.
Ukrainischen Front, am 19. April, einen Tag vor Beginn der
Parteienverhandlungen. Nach seiner Ankunft in Wien am 20. April begann er seine
bisherigen Überlegungen zu korrigieren und die Kommunisten aus den Planungen
weitgehend auszuklammern. Nach einer Aussprache mit Adolf Schärf sah er nunmehr
lediglich das Staatssekretariat für Öffentliche Bauten, Übergangswirtschaft und
Wiederaufbau für die KPÖ vor.
In den Parteienverhandlungen zwischen Vertretern von SPÖ, ÖVP und KPÖ vom 20.
bis 23. April nahmen für die KPÖ zunächst Johann Koplenig und Ernst Fischer
teil, sowie zuletzt auch Franz Honner, der eben aus Slowenien von seinem Einsatz
im Rahmen des Österreichischen Freiheitsbataillons im Verband der jugoslawischen
Volksbefreiungsarmee zurückgekehrt war. Ungeachtet der modifizierten Haltung
Renners bestanden die Kommunisten auf ihren Forderungen nach zwei
Staatssekretären und einem Vizekanzler. Dahingehend konnte schließlich auch nach
drei Verhandlungsrunden und diversen Einzelbesprechungen eine Einigung erzielt
werden. Damit war es den Kommunisten gelungen, bei der Aufteilung der Ressorts
ihre Vorstellungen durchzusetzen: Man einigte sich auf Franz Honner und Ernst
Fischer als Staatssekretäre für Inneres bzw. für Volksaufklärung, Unterricht und
Erziehung und Kultusangelegenheiten, womit Kommunisten zwei überaus wichtige
Ressorts leiteten. Die Forderung von Ernst Fischer nach einem Parteienpräsidium
kam in der Form des Politischen Kabinettsrats zum Tragen, dem neben Renner,
Schärf und Figl für die KPÖ Johann Koplenig als Staatssekretär ohne Portefeuille
angehörte. Darüber hinaus war die KPÖ in den anderen, jeweils drittelparitätisch
besetzten Staatsämtern mit sechs, ab September sieben UnterstaatssekretärInnen
vertreten, darunter auch Hella Postranecky, die als erste Frau Mitglied einer
österreichischen Regierung war. Insgesamt stellte die KPÖ zunächst neun von 34
Regierungsmitgliedern, nach der Erweiterung auf der Ersten Länderkonferenz zehn
von 39. Sie alle leisteten einen bedeutenden Beitrag zum Wiederaufbau der
staatlichen Verwaltung, in aller Kürze sei nur auf die Bereiche Schul- und
Bildungswesen, Kultur, Sicherheitswesen, Ernährung, Verkehr, Justiz und
Gesundheit hingewiesen, die mit den Namen Ernst Fischer, Franz Honner, Hella
Postranecky, Laurenz Genner, Hermann Lichtenegger, Otto Mödlagl, Karl Altmann
und Franz David verknüpft sind.1
Volksdemokratische Orientierung
Damit war es der KPÖ nach Abschluss der Parteienverhandlungen gelungen, ihre
im Exil entwickelte Orientierung auf eine breite Zusammenarbeit der
demokratischen Kräfte auf Regierungsebene zu realisieren. Bereits in der Zeit
des antifaschistischen Widerstands und Exils hatte die KPÖ – eine in der Ersten
Republik kleine Partei – ihre Wiederaufbaukonzeptionen aus der Sicht einer
künftig konstruktiv mitgestaltenden demokratischen Aufbaupartei formuliert.
Diese Vorstellungen der KPÖ über die konkrete Gestaltung der gesellschaftlichen
Verhältnisse eines „neuen Österreichs“ wurden in Kontinuität zur in den 1930er
Jahren erarbeiteten Konzeption einer antifaschistischen Volksfront entwickelt.
Die Orientierung auf eine „demokratische Republik“ von 1936 bis 1939, eine
„Österreichische Freiheitsfront“ ab 1941/42, auf eine „demokratische
Volksrepublik“ im Manifest „Die Wiedergeburt Österreichs“ vom Juni 1944 folgte
ebenso der im Zusammenhang mit dem VII. Weltkongress der Kommunistischen
Internationale erarbeiteten Volksfrontprogrammatik, wie jene Konzeptionen, die
im Frühjahr 1945 in unveröffentlichten Aktionsprogrammen der Parteiführung in
Moskau fixiert und im Sofortprogramm vom 6. August 19452 öffentlich
artikuliert wurden.
Diese Vorstellungen wurden später als „antifaschistisch-demokratische“
Orientierung zusammengefasst, 1945 wurden die Vorstellungen über jene Ordnung,
in der sich die intendierten politischen und sozialökonomischen Veränderungen
niederschlagen und weitere vollziehen sollten, im Terminus „Volksdemokratie“
fixiert. Zwar blieb der konkrete Inhalt der neuen Ordnung weitgehend unbestimmt,
in Summe ging es bei dieser „neuen Demokratie“ um eine in Tradition der
kommunistischen Volksfrontprogrammatik stehende Gesellschaftsordnung, die sich
zwar vom Kapitalismus bürgerlich-demokratischen Zuschnitts erheblich
unterscheiden, jedoch noch nicht sozialistischen Charakters sein sollte. Die
inhaltlichen Eckpunkte dieser Orientierung kamen im Jahr 1945 in folgenden
Forderungen zum Ausdruck:
– Zunächst im Kampf gegen Faschismus und Reaktion, konkret ging es um die
Entnazifizierung und Demokratisierung des öffentlichen Lebens, vor allem des
Staatsapparats, sowie um die Bestrafung der faschistischen Verbrecher.
– In Eigentumsfragen forderte die KPÖ die Entmachtung des Monopolkapitals, also
die Verstaatlichung der Schlüsselindustrien, sowie die Enteignung des deutschen
Vermögens, der Naziverbrecher und ausländischen Faschisten. Darüber hinaus
jedoch sollte die private Unternehmerinitiative gefördert und der Schutz des
rechtmäßig erworbenen Privateigentums an kleinen und mittleren Unternehmen
garantiert werden.
– Als dritte strukturelle Maßnahme wurde die Durchführung einer Bodenreform
gefordert.
– Diese neue demokratische Ordnung sollte durch die so bezeichnete
„demokratische Zusammenarbeit“ aller Kräfte gefestigt werden. Konkret ging es um
die Aktionseinheit der Arbeiterklasse, die Schaffung eines breiten
antifaschistischen Volksbündnisses – damit korrespondierte die Forderung nach
einem Zentralrat der drei Parteien -, sowie um einheitliche und überparteiliche
Gewerkschafts- und Massenorganisationen.
– In außenpolitischer Hinsicht forderten die österreichischen KommunistInnen
freundschaftliche und gleichberechtigte Beziehungen zu den Nachbarländern und
allen Großmächten, in wirtschaftlicher Hinsicht vor allem zu den östlichen
Nachbarn und zur Sowjetunion, mit denen Handelsverträge abgeschlossen werden
sollten. Die bisher intimen Bindungen an Deutschland sollten neutralisiert
werden.
Friedlicher Weg zum Sozialismus
War diese Konzeption im Frühjahr 1945 realistisch, entsprach sie den
internationalen und nationalen Kräfteverhältnissen? Im Ergebnis des Ausgangs des
Zweiten Weltkriegs war es zu einer Verschiebung der internationalen
Kräfteverhältnisse gekommen: Mit der Niederlage des Faschismus war auch das
Monopolkapital weitgehend diskreditiert, das kapitalistische System insgesamt
erschüttert. Die siegreiche Sowjetunion war weltpolitisch gestärkt, der Roten
Armee kam in Österreich bei der Regierungsbildung überdies eine
Schlüsselstellung zu. Als Hauptträgerin des antifaschistischen Widerstands trat
auch die KPÖ gestärkt aus Illegalität und Exil heraus: Nicht umsonst leitete
Johann Koplenig in seiner Rede auf der ersten Parteiarbeiterkonferenz am 13. Mai
1945 die Berechtigung, an der Neugestaltung Österreichs teilzunehmen, direkt aus
der Rolle ab, die die KPÖ im Freiheitskampf gegen den deutschen Faschismus
gespielt hat.3 Die KPÖ entwickelte sich im Verlauf des Jahres 1945 zu
einer Massenpartei mit über 100.000 Mitgliedern.4 Vor diesem
Hintergrund erwies sich das Wirken prosozialistischer Kräfte zunächst als
durchaus vorteilhaft.
Zugleich war klar, dass die Voraussetzungen für einen unmittelbaren Übergang zum
Sozialismus nicht gegeben sind: Es gab in Österreich keine breite Massenbewegung
wie in machen Staaten Ost- und Südosteuropas, die einen zentralen Beitrag zur
Überwindung des Faschismus geleistet hätte, die Grundstimmung der Bevölkerung
war abwartend, die Arbeiterklasse desorganisiert und weitgehend passiv. Vor
allem jedoch machten es die Viermächtebesatzung, die Präsenz westalliierter
Truppen und der Einfluss der Westmächte undenkbar, dass eine sozialistische
Umwälzung bruchlos aus der Befreiung vom Faschismus hervorgehen könnte. Allein
eine parlamentarisch-demokratische Republik war vor diesem Hintergrund unter den
Siegermächten konsensfähig. Deren weitere Entwicklung in Richtung sozialistische
Umgestaltung im Sinne der antifaschistisch-demokratischen Perspektive der KPÖ
konnte im Frühjahr 1945 zumindest als offen angesehen werden.
Eine solcherart angestrebte Entwicklung korrespondierte auch mit den
außenpolitischen Vorstellungen der Sowjetunion: Der sowjetischen Regierung ging
es darum, die vor allem von britischer Seite entwickelten Pläne der Einbeziehung
Österreichs in eine Donaukonföderation zu verhindern und Deutschland zu
schwächen, weshalb sie seit 1941 konsequent für die Wiederherstellung
Österreichs als unabhängiger Staat eintrat. Österreich wurde dabei nicht zur
sowjetischen Einflusssphäre, sondern dem Bereich einer „neutralen Zone“
zugeordnet. Über Regierungen der „nationalen Front“ unter Einschluss der
kommunistischen Parteien sollte in diesen Staaten Kontinentaleuropas auf
friedlichem Wege der Übergang zum Sozialismus vollzogen werden. Ein wichtiger
Hintergrund dieser kommunistischen Konzeptionen bestand darin, vom
längerfristigen Charakter der Antihitlerkoalition auszugehen. Aus dieser
friedlichen Zusammenarbeit, aus diesem stabilen Gleichgewicht sollten für kleine
Länder Spielräume für unabhängige Entwicklungen gewonnen werden. In dieser
Hinsicht erschien die Regierungsbeteiligung der KPÖ gewissermaßen als
innenpolitische Widerspiegelung der alliierten Zusammenarbeit.
In Summe ging es für die KPÖ im April 1945 darum, eine den realen Möglichkeiten,
eine diesen nationalen Bedingungen und internationalen Kräfteverhältnissen
entsprechende Strategie des schrittweise Herankommens an den Sozialismus zu
erarbeiten. Über das Etappenziel einer „neuen Demokratie“ sollten die
Bedingungen für den weiteren Kampf um eine sozialistische Umgestaltung
verbessert werden. Es ging darum, mit grundlegenden demokratischen Reformen den
Einfluss der Arbeiterklasse auf Kosten des Großkapitals zu erhöhen, um so die
Voraussetzungen für eine weitere Vorwärtsentwicklung zum Sozialismus zu
verbessern.
Mit dieser Charakterisierung der „antifaschistisch-demokratischen“ Orientierung
als Strategie der Übergänge ist auch die Abgrenzung zu zwei
Interpretationsmustern verbunden, die über Jahrzehnte in der Historiographie und
Publizistik dominierten: Lag das Schwergewicht in der vom Kalten Krieg geprägten
Geschichtsschreibung und Memoirenliteratur der ersten Nachkriegsjahrzehnte
zunächst auf dem versuchten Nachweis angeblicher Sowjetisierungsabsichten der
Roten Armee – die KPÖ erschien in dieser Interpretation als Hebel zur
Machtübernahme -, deuteten die Studien von Heinz Gärtner und Wilfried Aichinger
aus den 1970er Jahren die KPÖ-Strategie primär als Anpassung an genau
gegenläufige sicherheitspolitische Interessen der Sowjetunion, als Verzicht auf
revolutionäre und sozialistische Zielsetzungen, als im Grunde konservative
Konzeption, die in Abhängigkeit von der Sowjetunion deren Politik der
Selbsteindämmung nachvollzog.5
Meiner Einschätzung nach ist es zielführender, unter Berücksichtigung sämtlicher
innerer und äußerer Faktoren, die programmatisch-strategische Orientierung der
KPÖ, ihren „volksdemokratischen“ Kurs, weder als außengesteuert, Tarnungsmanöver
noch taktisch motiviert zu deuten, sondern ihn primär unter dem Blickwinkel
seiner Eigenständigkeit als aus konkreten nationalen und internationalen
Bedingungen abgeleiteten Strategie zu betrachten: Die Konzeption der KPÖ fußte
ungeachtet außenpolitischer Erwägungen durchaus auf einer Analyse der konkreten
österreichischen Bedingungen, innenpolitischer Kräfteverhältnisse und deren
Entwicklungsperspektiven. Der Sozialismus blieb unzweifelhaft das
programmatische Ziel, aber angesichts der fehlenden nationalen und
internationalen Voraussetzungen nicht die unmittelbare strategische Aufgabe. Im
Grunde ging es bei der „antifaschistisch-demokratischen“ Ordnung des Jahres 1945
bereits um eine solche Übergangsform, die in der späteren marxistischen
Diskussion und Programmatik als „antimonopolistische Etappe“ auf dem Weg zum
Sozialismus umrissen wurde.
War diese Orientierung im Jahr der Befreiung realistisch? Grundsätzlich ist die
Entwicklung des Jahres 1945 nicht als Automatismus zu interpretieren: Die Frage
der weiteren Entwicklung war im April 1945 noch nicht entschieden, es waren in
der Zeit von April bis November 1945 grundsätzlich verschiedene Optionen offen.
Ob der gesamtgesellschaftliche Wiederaufbau als Restauration kapitalistischer
Produktionsverhältnisse oder im Sinne der von der KPÖ intendierten
antifaschistisch-demokratischen Ordnung verlaufen würde, hing wesentlich davon
ab, welche Kräfte im Rahmen des Prozesses der Neuformierung der politischen
Kräfteverhältnisse bestimmenden Einfluss auf die weitere Entwicklung gewinnen
konnten. Es war weitgehend unklar, wie sich die Parteienlandschaft
reorganisieren werde, unklar war zu diesem Zeitpunkt auch, welche Potenziale für
eine sozialistische Entwicklung sich aus dem Verhältnis der Siegermächte
zueinander in Gestalt der Antihitlerkoalition erschließen lassen würden. Vor
diesem Hintergrund war die Teilnahme der KPÖ an der Provisorischen Regierung
selbstverständlich. Sie entsprach ihrer im Exil entwickelten
Wiederaufbaukonzeption, ihrer Ausrichtung auf die Zusammenfassung der
demokratischen Kräfte und ihrem Selbstverständnis als künftig konstruktiv
mitgestaltende, „verantwortungsbewusste“ Staatspartei.
Frühe Defensive
Die Hoffnung der KPÖ auf eine günstige Entwicklung der inneren
Kräfteverhältnisse in SPÖ und ÖVP und der demokratischen Zusammenarbeit
insgesamt sollten sich jedoch nicht erfüllen. Sie trat zwar im April als
gleichberechtigte Partnerin von SPÖ und ÖVP in die erste Regierung der Zweiten
Republik ein, bereits der Verlauf der ersten Monate der Regierungsarbeit macht
jedoch die Zurückdrängung und Ausgrenzung der KommunistInnen deutlich. Die KPÖ
geriet bereits frühzeitig in die Defensive. Bereits ab Sommer 1945 zeichnete
sich eine „stille“, auf die Zurückdrängung des kommunistischen Einflusses
abzielende Koalition von SPÖ und ÖVP ab. Diese Tendenz fand sowohl auf Ebene des
Kabinettsrats als auch des Ausarbeitungsprozesses von Gesetzen und Verordnungen
in den Staatsämtern entsprechenden Niederschlag.
Es mangelte zwar nicht an öffentlichen Bekenntnissen zur demokratischen
Zusammenarbeit, jedoch gewannen sowohl in ÖVP als auch SPÖ rasch jene Kräfte die
Oberhand, die eine andere, auf die Beschneidung der KPÖ abzielende Konzeption
vertraten. In der SPÖ setzte sich der rechte Parteiflügel durch, jene Kräfte,
für die die Beteiligung der KPÖ an den Regierungsgeschäften wohl von Beginn an
nicht mehr als ein Zugeständnis an die sowjetische Besatzungsmacht war. Einen
gewissen Wendepunkt markiert in dieser Hinsicht die Ankunft der westlichen
Alliierten in Wien, womit auch der für diese Entwicklung insgesamt
ausschlaggebende Gesichtspunkt angesprochen ist: Außenpolitische Faktoren nahmen
im Jahr der Befreiung vor allem dergestalt auf die innenpolitische Entwicklung
Einfluss, dass SPÖ und ÖVP frühzeitig begannen, ihre Politik auf die Westmächte
auszurichten. Im Mittelpunkt dieser Problemlage stand die vierfache militärische
Besatzung Österreich und die Präsenz westalliierter Truppen, vor allem jedoch
die fehlende Anerkennung der Provisorischen Regierung durch die westlichen
Alliierten und die damit verbundene Gefahr der Zerreißung des Landes.
Die Westmächte sahen in der Renner-Regierung zunächst eine sowjetische
„Marionettenregierung“, kritisierten den in ihren Augen überproportionalen
Einfluss der KPÖ und verweigerten der Regierung die Anerkennung. Während sich
die Sowjetunion auf der Potsdamer Konferenz für die Anerkennung der
Provisorischen Regierung aussprach, setzten sich die Briten bis in den Herbst
hinein für eine völlige Neubildung der Regierung ein. Die USA standen der
Renner-Regierung ebenso ablehnend gegenüber, nahmen jedoch von Beginn an eine
etwas konziliantere und flexiblere Haltung ein. Die Anerkennung der Regierung
erfolgte schließlich erst im Herbst, am 20. Oktober 1945, bis zu diesem
Zeitpunkt war die Provisorische Regierung außenpolitisch isoliert.
Es war vor allem diese fehlende Anerkennung der Regierung durch die Westmächte,
die nunmehr bestimmend auf die Entwicklung der nationalen Kräfteverhältnisse
Einfluss nahm: Die weitgehende Konzessionsbereitschaft, die den Kommunisten im
Verlauf der Auseinandersetzungen im Kabinettsrat abverlangt wurde, ist nur vor
dem Hintergrund der Verflechtung innen- und außenpolitischer Faktoren, die
infolge der Viermächtebesatzung für das Jahr 1945 insgesamt prägend war,
verständlich.
Die Bruchlinien der innenpolitischen Entwicklung lassen sich anhand der
zentralen Konfliktlinien im Kabinettsrat der Provisorischen Regierung, dessen
Sitzungsprotokolle nunmehr gedruckt vorliegen, darstellen: Erstens die
Diskussion über Verfassungsfragen, zweitens die Auseinandersetzungen über
Beschlussfassung und Durchführung des Beamten-Überleitungsgesetzes, drittens der
Fragenkomplex Entnazifizierung, sowie viertens der Umgang mit dem
reichsdeutschen Eigentum in Österreich. Die Kontroversen über diese Themen
erhellen sowohl die unterschiedlichen Konzeptionen der beteiligten Akteure als
auch die ungünstigen Realisierungsbedingungen der kommunistischen Vorstellungen.
Es werden jene Rahmenbedingungen deutlich, die der KPÖ-Gesamtkonzeption enge
Grenzen setzte: Vor dem Hintergrund der fehlenden Anerkennung der Regierung war
es für die KPÖ notwendig, ein nach außen hin demonstrativ einheitliches
Auftreten der Regierung zu gewährleisten um die Einheit des Landes zu wahren und
um von den Westmächten endlich die Kompetenzerweiterung auf das gesamte
Bundesgebiet zu erreichen.
Kontroversen im Kabinettsrat
Es waren auch die inneren Rahmenbedingungen der Regierungsarbeit, die sich
hemmend auf die Umsetzung der kommunistischen Ziele auswirkten: Zum einen
begrenzte die autoritäre Haltung von Staatskanzler Renner die kommunistischen
Spielräume. Die Kabinettsratsprotokolle bieten einige Beispiele, in denen Renner
im Falle der fehlenden Einstimmigkeit drohte, sich das Entscheidungsrecht
vorzubehalten und seine Meinung als Beschluss anzusehen. Zweimal wäre es
aufgrund von Einsprüchen der KPÖ fast zum Bruch gekommen, beide Male ging es um
Verfassungsfragen. Renner weigerte sich, die kommunistischen Einsprüche zu
protokollieren, stellte den kommunistischen Regierungsmitgliedern die Demission
anheim und erklärte die Gesetze für angenommen. Nicht zuletzt vor diesem
Hintergrund ging Ernst Fischer im Jänner 1946 in seinem Resümee der
Renner-Regierung so weit, die Provisorische Regierung als eine Art
„Präsidialdiktatur“ zu kennzeichnen.6
Vor allem jedoch wirkte das Prinzip der Vereinbarungsregierung – die Tatsache,
dass Beschlüsse im Kabinettsrat der Provisorischen Regierung einstimmig erfolgen
mussten – den kommunistischen Vorstellungen entgegen. Ernst Fischer schlug zwar
im Mai 1945 vor, die Einstimmigkeit nur bei Verfassungsgesetzen vorauszusetzen
und bei einfachen Gesetzen auf sie zu verzichten, was jedoch von Renner
abgelehnt wurde.7 Als für die KPÖ besonders nachteilig wirkte sich
der gleichzeitige Verzicht auf die Herstellung einer politischen Öffentlichkeit
aus: Die Debatten der Regierung fanden hinter verschlossenen Türen statt, über
Kontroversen im Kabinettsrat wurde öffentlich nicht berichtet, was die
Argumentationsspielräume der KPÖ erheblich einengte.
In der Diskussion über Verfassungsfragen verlangte die KPÖ die Ausarbeitung
einer neuen Verfassung bzw. die Rückkehr zur Verfassung von 1920, wie es auch in
der Unabhängigkeitserklärung vorgesehen war. Auch Renner wollte im April
zunächst eine neue Verfassung bzw. die Rückkehr zur Verfassung von 1920,
erkannte jedoch auf einen Hinweis von Schärf hin, dass eine
Verfassungsdiskussion vor allem den Kommunisten nutzen würde. Im Alleingang
setzten Renner und Schärf bereits im Mai gegen die Widerstände der KPÖ die
Rückkehr zur – von der KPÖ als „Heimwehrverfassung“ kritisierten – Verfassung
von 1929 durch. Damit war die Verfassungsdiskussion praktisch bereits 1945 zu
Ende, über eine verfassungsrechtliche Verankerung der kommunistischen
Neuordnungspläne konnte keine öffentliche Debatte stattfinden. Die
Wiederinkraftsetzung der Bundesverfassung von 1929 setzte einer von der KPÖ
intendierten breiten Auseinandersetzung über die Erweiterung demokratischer
Rechte ein frühes Ende.
In der Frage der Erneuerung und Demokratisierung des Staatsapparats setzte sich
die KPÖ für die Säuberung der Verwaltung von faschistischen Beamten und
reaktionären Bürokraten ein, bei gleichzeitigem Aufbau einer demokratischen
Beamtenschaft, aus erprobten Antifaschisten und österreichischen Patrioten, auch
wenn diese nicht über die entsprechende akademische Ausbildung verfügten.
Fachkenntnisse seien zu erwerben, so Ernst Fischer, nicht jedoch
„leidenschaftliche Freiheitsliebe, unerbitterlicher Haß gegen den Faschismus,
heißer Glaube an Österreich und menschliche Festigkeit“.8 Auf
Vorschlag der KPÖ wurden schließlich nach langen Auseinandersetzungen die
bevorzugte Behandlung der Freiheitskämpfer und verfolgten Antifaschisten
beschlossen, sowie die Anstellungserfordernisse herabgesetzt. Am konservativen
Übergewicht im Staatsapparat änderte sich jedoch nichts. Zudem ging die
Säuberung der Verwaltung weiter schleppend voran. Die Anzahl der kommunistischen
Beamten wiederum war verschwindend gering, selbst in den Staatsämtern von Franz
Honner und Ernst Fischer waren keine leitenden kommunistischen Beamten tätig.
Einzig in den unteren Polizeiorganen konnten Kommunisten innerhalb der
Beamtenschaft Fuß fassen.
Im Bereich der Entnazifizierung standen Kontroversen über den Umgang mit den
ehemaligen NSDAP-Mitgliedern und die strafrechtliche Verfolgung der
NS-Verbrecher im Mittelpunkt. Die Position der KPÖ zum Naziproblem war von
Beginn an von einer Differenzierung der ehemaligen NSDAP-Mitglieder in die
nazistischen Hauptschuldigen, die „großen“ Nazi, Kriegsverbrecher und
verantwortlichen Nazifunktionäre, und die „kleinen“ Nazi, die einfachen
Parteimitglieder und Mitläufer gekennzeichnet. Sie trat für eine strafrechtliche
Verfolgung und Aburteilung der NS-TäterInnen und die Säuberung des öffentlichen
Lebens vom Nazismus ein. Die einfachen Mitglieder sollten, sofern sie nicht
persönlich an Verbrechen beteiligt waren, straffrei bleiben und für den
demokratischen Wiederaufbau gewonnen werden. Darüber hinaus wurde jedoch die
Mitschuld aller ehemaligen NSDAP-Mitglieder festgehalten und deshalb die
Ausschaltung aller ehemaligen NationalsozialistInnen aus dem öffentlichen Leben,
aus Verwaltung, Wirtschaft und Kultur, gefordert.
Der in der „Nazifrage“ Anfang Mai mit Beschlussfassung des Verbotsgesetzes von
der Regierung eingeschlagene Kurs, das Schwergewicht auf das formale Prinzip der
Registrierung aller ehemaligen NSDAP-Mitglieder zu legen, lag jedoch alles
andere als auf der Linie der von der KPÖ vorgenommenen Differenzierung in
„Hauptschuldige“ und „Mitläufer“. In den Augen der KPÖ führte die Durchführung
des Verbotsgesetzes mit der dabei vorgesehenen Möglichkeit auf Nachsicht von der
Registrierung zur Verschleppung des Problems und „bürokratischen Versumpfung“.9
Das von der KPÖ geforderte Kriegsverbrechergesetz zur strafrechtlichen
Verfolgung der nationalsozialistischen Untaten kam erst Ende Juni nach langen
Auseinandersetzungen im Kabinettsrat zustande und wurde nur zögerlich
durchgeführt, was auf heftige kommunistische Kritik stieß.
Auffassungsunterschiede prägten auch die Auseinandersetzungen über den Umgang
mit dem „Deutschen Eigentum“ in Österreich. Wie kaum eine andere Frage stand
diese Frage im Spannungsfeld alliierter Interessen: Nachdem das Potsdamer
Abkommen den alliierten Mächten das reichsdeutsche Eigentum in ihrer jeweiligen
Zone zugesprochen hatte, schlugen die sowjetischen Stellen der österreichischen
Regierung vor, bilaterale wirtschaftliche Bindungen einzugehen und ihre
Besitzrechte am „Deutschen Eigentum“ in gemischte Gesellschaften einzubringen,
wobei es vor allem um zwei Wirtschaftszweige ging: die Erdölindustrie und die
DDSG.
Nachdem vor dem Einzug der westlichen Alliierten in Wien und der Konstituierung
des Alliierten Rates zunächst auch Renner und Figl ein solches Abkommen als eine
gute wirtschaftliche Lösung angesehen hatten, ließen SPÖ und ÖVP unter dem Druck
der Westmächte und westlicher Kapitalinteressen das unterschriftsreife Abkommen
über die bilaterale Erdölgesellschaft platzen. Somit blieben die kommunistischen
Regierungsmitglieder auch in der Frage des Umgangs mit dem reichsdeutschen
Eigentum gegenüber SPÖ und ÖVP in der Minderheit, wobei sie auch im Zusammenhang
mit der österreichisch-sowjetischen Erdölgesellschaft und dem Abschluss eines
Handelsvertrages mit der Sowjetunion ihren Einspruch im Kabinettsrat nicht
öffentlich machten. Das Scheitern dieser beiden Projekte wiederum verweist
sowohl auf die sukzessive wirtschaftliche und politische Hinwendung von SPÖ und
ÖVP zu den Westmächten als auch auf die damit verbundene fortschreitende
innenpolitische Marginalisierung der KPÖ. Mit dieser Weichenstellung in Richtung
Westorientierung wurde der „antifaschistisch-demokratischen“ Konzeption der KPÖ
ihre weitere Grundlage entzogen.
Darüber hinaus war die KPÖ im Rahmen der Verstaatlichungsdiskussion auf
besondere Art und Weise von der Verflechtung innen- und außenpolitischer
Faktoren betroffen, hatte sie doch aufgrund ihrer Solidarisierung mit der
sowjetischen Besatzungsmacht in ihrer auf nationale österreichische Interessen
ausgerichteten Programmatik und Politik die wirtschaftspolitischen Ansprüche der
sowjetischen Regierung mitzureflektieren. Der KPÖ-Forderung nach Verstaatlichung
des reichsdeutschen Eigentums wurde durch die wirtschaftlichen Interessen der
Sowjetunion weitgehend ihre Zugkraft geraubt. Ebenso hatte die KPÖ einseitig die
Folgen für jene Maßnahmen zu tragen, die von der sowjetischen Administration
infolge der gescheiterten Orientierung auf bilaterale Abkommen ergriffen wurde:
Im Oktober 1945 kam es zur Übernahme der Zistersdorfer Ölquellen durch die
sowjetischen Besatzungsbehörden, im Februar 1946 folgte die Übernahme der DDSG,
im Befehl Nr. 17 von Anfang Juli 1946 wurde der Übergang des gesamten „Deutschen
Eigentums“ in Ostösterreich in das Eigentum der Sowjetunion verfügt.
„Weckung der Volksinitiative“
Bei diesen Meinungsverschiedenheiten standen die KommunistInnen im
Kabinettsrat „oft einer geschlossenen Front der SPÖ und ÖVP gegenüber“.10
Der Modus der Vereinbarungsregierung wandte sich insofern vor allem gegen die
KommunistInnen, die sich nach wenigen Monaten einer „stillen“ Koalition aus SPÖ
und ÖVP gegenüber sahen. Bei gleichzeitigem Verzicht auf die Herstellung einer
politischen Öffentlichkeit begrenzte er die Spielräume der KPÖ und ließ sie zu
Weichenstellungen schweigen, die ihrer allgemeinen Konzeption grundsätzlich
entgegenliefen, um vor dem Hintergrund der fehlenden Anerkennung der Regierung
durch die Westmächte die schwierige außenpolitische Situation nicht weiter zu
komplizieren.
Lag doch der Regierungsbeteiligung der KPÖ auch eine „staatspolitische“ Erwägung
zugrunde, wurde sie doch auch als außenpolitische Notwendigkeit gesehen, um den
Bestand eines einheitlichen österreichischen Staatsgebietes zu sichern. Als
„staatstragende“ Kraft ging es der KPÖ darum, kurzfristige Parteiinteressen
zugunsten nationaler Wiederaufbauinteressen zurückzustellen, resümierte Friedl
Fürnberg am 13. Parteitag im April 1946 die ungünstigen Rahmenbedingungen.11
Die KPÖ habe angesichts ihrer Pflicht, „um ein neues, demokratisches Österreich
in der ersten Reihe zu stehen, […] gar auf manches verzichtet, um die
Zusammenarbeit zu ermöglichen und zu erhalten“, wurde in einem Kommentar der
Österreichischen Volksstimme im September 1945 festgehalten.12
Ebenso ist jedoch in diesem Zusammenhang zu berücksichtigen, dass es der KPÖ
nicht möglich war, öffentlich gegen die Interessen der sowjetischen
Besatzungsmacht aufzutreten. Genannt seien nur die Designierung Renners oder das
Zistersdorfer Beispiel.
Ein prinzipiell oppositionelles Herangehen war für die KPÖ vor diesem
Hintergrund ausgeschlossen, es hätte die sofortige Isolierung der KommunistInnen
bedeutet und überdies auch völlig ihrer Rolle als „verantwortungsbewusster“,
konstruktiv mitgestaltender „Staatspartei“ widersprochen. Immerhin stand die
Zusammenarbeit der drei demokratischen Parteien geradezu im Mittelpunkt ihrer
Programmatik. Der einzige Ausweg aus diesem Dilemma wäre die Forcierung
„außerparlamentarischer“ Aktivität gewesen. In der Tat versuchte die KPÖ ab
Sommer das Dilemma der fehlenden Öffentlichkeit vorsichtig zu durchbrechen:
Mittels Weckung der „Initiative der Volksmassen“ sollte vor allem die mangelnde
Durchführung der Gesetze, allen voran der schleppende Fortgang der
Entnazifizierung und der Säuberung der Verwaltung, öffentlich thematisiert
werden. So waren zwar auf Initiative der KPÖ das Beamten-Überleitungsgesetz und
Kriegsverbrechergesetz zustande gekommen, es fehlten jedoch vielfach die
Durchführungsbestimmungen. Auf Betriebs- und Bezirksebene wurden nun auf
KPÖ-Initiative Resolutionen der drei Parteien verabschiedet, die auch die
Forderungen nach Verstaatlichung zum Inhalt hatten, Deputationen entsendet,
sowie kleinere Demonstrationen vor Ämtern organisiert, in denen die Bürokratie
noch immer nicht von ehemaligen NSDAP-Mitgliedern gesäubert worden war.
SPÖ und ÖVP werteten eine solche „Mobilisierung der Massen“ im Kabinettsrat als
Destabilisierung der politischen Verhältnisse und Misstrauen gegenüber der
demokratischen Zusammenarbeit. Jedoch war die KPÖ ohnehin nicht bereit, diese
Initiativen zu einer offenen Auseinandersetzung eskalieren zu lassen, hätte doch
die Mobilisierung einer Massenbewegung gegen die Regierung unweigerlich deren
Sprengung bedeutet, was ganz auf der Linie der Westmächte gelegen wäre. Der KPÖ
ging es vielmehr darum, mit vorsichtigen Signalen „außerparlamentarischen“ Druck
auf den Kabinettsrat auszuüben, um Bewegung in die aus ihrer Sicht eingetretene
Stagnation zu bringen und ihren Argumenten im Kabinettsrat entsprechenden
Nachdruck zu verleihen. Die „Weckung der Volksinitiative“ war in dieser Hinsicht
gewissermaßen der Gegenpol zur hohen Kompromissbereitschaft, die ihr im
Kabinettsrat abverlangt wurde.
Zurückdrängung des kommunistischen Einflusses
Die aus der Viermächtebesatzung resultierende enge Verflechtung
innenpolitischer und außenpolitischer Rahmenbedingungen, aus der die schwierige
Situation und Defensive der KPÖ resultierte, erreichte ihren vorläufigen
Höhepunkt in den Ereignissen rund um die Erste Länderkonferenz Ende September.
Entgegen früheren Interpretationen der Ersten Länderkonferenz als
„Ersatzparlament“ war diese in Wahrheit primär ein politisches Instrument, um
endlich die Anerkennung der Regierung durch die Westmächte zu erreichen. Die in
den Augen der Westmächte überproportionale kommunistische Regierungsbeteiligung,
allen voran die Tatsache, dass ein Kommunist das Innenressort leitete, wurde nun
zum zentralen Politikum, die Ausbootung Franz Honners zum Dreh- und Angelpunkt
der von den Westmächten geforderten Regierungsumbildung als Voraussetzung für
die Anerkennung. In diesem Punkt überschnitten sich die Interessen der
Westmächte, die auf eine Entfernung bzw. Reduzierung des kommunistischen
Einflusses abzielten, mit den innenpolitischen Ausgrenzungstendenzen: Trotz der
sowjetischen Rückendeckung war klar, dass die Anerkennung der Regierung nicht
ohne Zugeständnisse zu erreichen sein werde. SPÖ und ÖVP verstanden es nun
geschickt, den außenpolitischen Druck, der auf der Regierung im Allgemeinen und
auf der KPÖ im Besonderen lastete, zu instrumentalisieren und gegen die KPÖ
auszunutzen.
Der spätere Außenminister Karl Gruber, der – wie er in seinen Erinnerungen
ausführt – sich verpflichtet fühlte, „die Wiener Regierung durch eine kraftvolle
Aktion aus den Fesseln des Kommunismus zu befreien“,13 vertrat auf
der Länderkonferenz das – auf eine Ablösung Honners hinauslaufende –
Maximalprogramm im Namen der westlichen Bundesländer. Letztlich kam als Ausweg
aus dem innen- und außenpolitischen Dilemma auf Vorschlag der SPÖ ein Kompromiss
zustande: Das Gewicht innerhalb der Provisorischen Regierung wurde durch ihre
Erweiterung zugunsten der ÖVP und der westlichen Bundesländer zu Ungunsten der
KPÖ modifiziert, Franz Honner in seinen Kompetenzen maßgeblich beschnitten. Ihm
wurde sowohl die Kontrolle über die öffentliche Sicherheit als auch die Aufsicht
über die Hauptwahlbehörde entzogen. Den Sozialdemokraten gelang es, ihren
Einfluss in der Wiener Polizeidirektion auf Kosten der dortigen kommunistischen
Dominanz zu erweitern. Der auf die KPÖ ausgeübte Druck war derart massiv, dass
selbst das weitere Verbleiben von Honner als Leiter des Staatsamts für Inneres
von der KPÖ als Erfolg gewertet werden musste.
Darüber hinaus war die KPÖ vor dem Hintergrund dieser außenpolitischen
Rücksichtnahme bereits im Vorfeld der Länderkonferenz gezwungen, Wahlen zu einem
für sie ungünstigen Zeitpunkt zuzustimmen. Von Anfang an war für die KPÖ klar,
dass baldige Wahlen sich keinesfalls günstig auf ihre Position auswirken würden.
Unter dem Druck, die Herstellung der staatlichen Einheit Österreichs nicht zu
gefährden, gab die KPÖ Mitte September ihre ablehnende Haltung auf und stimmte
schließlich dem frühen Wahltermin zu.
Mehrere Aspekte waren für die Skepsis der KPÖ gegenüber frühen Wahlen
ausschlaggebend: Zum einen der mangelnde Organisationsgrad der Partei gegenüber
ÖVP und SPÖ, vor allem in den westlichen Bundesländern. Der Hauptgrund für die
ablehnende Haltung der KPÖ gegenüber einem frühen Wahltermin bestand jedoch in
der Tatsache, dass sich die KommunistInnen der eingetretenen Verschiebung der
innenpolitischen Kräfteverhältnisse sehr wohl bewusst waren: Ein wichtiger
Faktor dieser Verschiebung bestand auch darin, dass spätestens seit Sommer klar
geworden war, dass sich die Stimmung der Bevölkerung gegen die KommunistInnen zu
wenden begonnen hatte. Es waren allen voran die Übergriffe von Angehörigen der
Roten Armee auf die Zivilbevölkerung, Plünderungen, Vergewaltigungen, sowie die
Demontage- und Beschlagnahmepraxis der sowjetischen Besatzungsmacht, die auch
die KPÖ in der öffentlichen Meinung in Misskredit brachte.
Vor diesem Hintergrund war es der KPÖ aufgrund ihrer weitreichenden
Identifikation mit der sowjetischen Besatzungsmacht und ihrer kritiklosen
Haltung gegenüber negativen Erscheinungen der Besatzungspraxis kaum möglich,
ihre Politik des nationalen Wiederaufbaus glaubhaft zu vertreten. Insofern
erweist sich das Naheverhältnis der KPÖ zur sowjetischen Besatzungsmacht neben
dem Druck der westlichen Alliierten als schwerwiegendstes Problem der
KPÖ-Politik im Jahr 1945. Einerseits war durch die Präsenz der sowjetischen
Besatzungstruppen sicher gestellt, dass die KPÖ im Jahr der Befreiung einen
nicht zu umgehenden innenpolitischen Faktor darstellen konnte. Andererseits
wurde die KPÖ im öffentlichen Bewusstsein ungeachtet ihrer
Österreich-patriotischen Orientierung als antiösterreichische „Russenpartei“
abgestempelt, was durch fehlende Distanzierungen von den Übergriffen von
Angehörigen der Roten Armee erleichtert wurde.
Enttäuschendes Wahlergebnis
Nicht zufällig drängten vor diesem Hintergrund sowohl SPÖ und ÖVP, als auch
die westlichen Alliierten auf die rasche Durchführung von Wahlen, um die geringe
Anhängerschaft der KPÖ nachzuweisen. Gemeinsam ging es ihnen darum, die
vorhandenen antisowjetischen Ressentiments auszunutzen und den kommunistischen
Einfluss in der Regierung zurückzudrängen. So notierte der konservative Diplomat
Josef Schöner bereits am 28. April, also wenige Tage nach der Befreiung, in sein
Tagebuch, dass die Angst vor der KPÖ gewichen sei, da man sie angesichts der
Erfahrungen, die die Bevölkerung mit der Roten Armee machen musste, bei den
kommenden Wahlen nicht mehr fürchten müsse.14
Es war vor allem einer Tatsache geschuldet, dass schließlich auch die
sowjetische Besatzungsmacht frühen Wahlen nicht im Wege stand: War es doch die
fehlende Anerkennung der Regierung die ihren wirtschaftlichen Interessen,
konkret ihrer Kursnahme auf bilaterale Abkommen mit der österreichischen
Regierung im Wege stand. Auch für die sowjetische Besatzungsmacht standen das
außenpolitische Interesse ihres Landes an der Anerkennung der Renner-Regierung
und wirtschaftliche Interessen gegenüber einer Erweiterung der politischen
Spielräume der KPÖ im Vordergrund.
Zeitgenössische Quellen belegen, dass sich auch die führenden kommunistischen
Politiker zu diesem Zeitpunkt ihrer innenpolitischen Schwäche durchaus bewusst
waren: Sowohl Franz Honner, Ernst Fischer als auch Heinrich Dürmayer äußerten
sich im Juli und August in diesem Sinne gegenüber Exponenten der SPÖ und
Offizieren des amerikanischen Geheimdienstes, wobei sie die Übergriffe von
Angehörigen der Roten Armee für die geschwundene Unterstützung verantwortlich
machten.15 Die österreichischen KommunistInnen erkannten damit zwar
die negativen Folgen der sowjetischen Besatzungspraxis, indem jedoch diese
sensible Thematik tabuisiert und öffentlich keine Kritik geübt wurde, leisteten
sie selbst der Entwicklung Vorschub, dass antisowjetische Ressentiments bruchlos
auf die KPÖ übertragen wurden.
Damit werden auch die angeblich hohen Stimmenerwartungen der KPÖ – in der
Literatur finden sich Zahlen von bis zu 40 Prozent der Stimmen, mit denen die
KPÖ-Parteiführung angeblich gerechnet haben soll – ins Reich der Legenden
verwiesen. In Auswertung der vorhandenen Quellen deutet alles darauf hin, dass
die KPÖ-Spitze ihre Stärke zwar überschätzte, ihre Erwartungen aber kaum über
zehn oder 15 Prozent der Wählerstimmen hinausgegangen sein dürften.16
Die KPÖ erreichte bei den Wahlen zum ersten Nationalrat der Zweiten Republik
letztlich 5,4 Prozent der Stimmen, 174.257 Stimmen und vier Mandate. Nicht
zuletzt auch vor dem Hintergrund, dass die Betriebsratswahlen in den Vormonaten
für die KPÖ zufrieden stellende Ergebnisse, vielerorts kommunistische
Mehrheiten, gebracht hatten, musste dieses Wahlergebnis als Enttäuschung und
„Misserfolg“ eingeschätzt werden. Auch der erfolgreiche Verlauf der
Wahlkampagne, der große Materialaufwand und der massive Zustrom bei den
kommunistischen Wahlveranstaltungen, hatten Illusionen über das zu erwartende
Wahlergebnis genährt.
In seiner Analyse des schlechten Abschneidens der KPÖ machte Johann Koplenig in
den Beratungen der KPÖ-Führungsgremien verschiedene Gesichtspunkte geltend:17
Allen voran führte er objektive Faktoren ins Treffen, vor allem die Tatsache,
dass in Österreich keine Massenbewegung den Faschismus überwinden konnte und der
Einfluss der nazistischen Ideologie nach wie vor groß sei. Neben
organisatorischen Schwächen verwies er auf die – zuletzt harte – Position der
KPÖ zur Nazifrage: ungeachtet der zuvor erwähnten Differenzierung im Herangehen
an ehemalige NSDAP-Mitglieder war es SPÖ und ÖVP gelungen, die KPÖ als
Anti-Nazi-Partei schlechthin darzustellen und ihre Position zum Ausschluss aller
ehemaligen Nationalsozialisten von den ersten demokratischen Wahlen in eine
allgemein nazifeindliche Haltung umzudeuten. Entscheidend war jedoch vor allem
das Image der KPÖ als „Russenpartei“, die antikommunistische Grundstimmung der
Bevölkerung und die damit im Zusammenhang stehende antisowjetische
Flüsterpropaganda von SPÖ und ÖVP. Die Wahlen sind in dieser Hinsicht vor allem
als Votum gegen die sowjetische Besatzungsmacht zu deuten.
Ende der Zusammenarbeit
Das für die KPÖ enttäuschende Wahlergebnis macht das endgültige Scheitern der
kommunistischen Orientierung auf eine Zusammenarbeit der demokratischen Kräfte
mit dem Ziel einer antifaschistisch-demokratischen Umwälzung deutlich. Während
die KPÖ in ihrer Propaganda die „Festigung der demokratischen Einigung“, also
eine vertiefte Zusammenarbeit der drei Parteien in den Mittelpunkt stellte,
verstärkte der Verlauf des Wahlkampfes im Gegenteil die bereits seit Sommer zu
konstatierende Polarisierung zwischen den Parteien, was der Entwicklung einer
antifaschistisch-demokratischen Zusammenarbeit diametral entgegen stand.
Besonders deutlich zeigte sich dies am Beispiel der Debatte um das Wahlrecht für
ehemalige NSDAP-Mitglieder. Die KPÖ hatte in dieser Frage erstmals die Grenze
ihrer Kompromissbereitschaft angedeutet: Zwar hätten die Kommunisten „in der
Regierung oft Zugeständnisse machen müssen, um eine mittlere Linie zu finden“,
beklagte Ernst Fischer in der Volksstimme die negativen Seiten der
Vereinbarungsregierung, jedoch könne es „bei prinzipiellen Fragen“ wie dem
Naziwahlrecht „keine Kompromisse und keine Zugeständnisse geben“.18
Der generelle Ausschluss der ehemaligen NSDAP-Mitglieder wurde nun mehrere
Wochen lang zu einem zentralen Punkt in der KPÖ-Propaganda, auf der 2.
Länderkonferenz am 9. und 10. Oktober war die kompromisslose Haltung der KPÖ
dafür verantwortlich, dass allen ehemaligen NationalsozialistInnen das Wahlrecht
entzogen wurde.
Insgesamt traten die Differenzen zwischen den drei Parteien nun endgültig in den
Vordergrund, auch die KPÖ intensivierte ihre Kritik an der innenpolitischen
Entwicklung, allen voran an reaktionären Kreisen in der ÖVP, und deutete den
Wahlkampf als Kampf gegen die Reaktion und die antidemokratischen Kräfte.
Darüber hinaus hemmte der Wahlkampf die Differenzierungen innerhalb der
Parteien. In der SPÖ beförderte dies die Hegemonie des rechten Parteiflügels,
das im August 1945 eingesetzte Kontaktkomitee zwischen den beiden
Arbeiterparteien wurde auf Antrag von Schärf ausgesetzt und trat auch in
weiterer Folge nicht mehr zusammen. Linkssozialistische BefürworterInnen einer
Aktionseinheit mit der KPÖ konnten erfolgreich in den Hintergrund gedrängt
werden.
Die KPÖ blieb zwar auch nach den Novemberwahlen Regierungspartei, der Verlauf
der Regierungsverhandlungen Anfang Dezember 1945 macht jedoch deutlich, dass die
Beteiligung der KPÖ an der Konzentrationsregierung Figl sowohl von den beiden
Großparteien als auch seitens der westlichen Alliierten nur mehr als
Zugeständnis an die sowjetische Besatzungsmacht gesehen wurde. Zwei Jahre
später, im November 1947, war mit dem Ausscheiden von Karl Altmann die
Zusammenarbeit der drei Parteien auch formal beendet. Insgesamt war zu diesem
Zeitpunkt – infolge des beginnenden Kalten Krieges und der damit verbundenen
Rechtsverschiebung der außen- wie innenpolitischen Kräfteverhältnisse – die
volksdemokratische Orientierung der KPÖ weitgehend unrealistisch geworden.
Anmerkungen:
1/ Vgl. zur Frage der Regierungsbildung: Mugrauer, Manfred: Die KPÖ und die
Konstituierung der Provisorischen Regierung Renner, in: Mitteilungen der
Alfred Klahr Gesellschaft, 12. Jahrgang (2005), Heft 1, S. 1–9. Zur
Tätigkeit der kommunistischen Regierungsmitglieder in den einzelnen Staatsämtern
vgl. ders.: Die Politik der Kommunistischen Partei Österreichs in der
Provisorischen Regierung Renner. Diplomarbeit Wien 2004, S. 155–179. Dort auch
ausführliche Literatur- und Quellenangaben zu den nachfolgenden Ausführungen.
2/ Sofortprogramm zur Wiederaufrichtung Oesterreichs, hg. von der
Kommunistischen Partei Oesterreichs. o.O. [Wien] o.J. [1945].
3/ Freiheit! Frieden! Österreich! Das Referat des Genossen Koplenig auf der
Wiener Parteikonferenz am 13. Mai 1945. o.O. [Wien] o.J. [1945], S. 13.
4/ AKG, ZPA der KPÖ, Der organisatorische Stand der Kommunistischen Partei
Österreichs [1946], S. 1.
5/ Gärtner, Heinz: Zwischen Moskau und Österreich. Die KPÖ – Analyse einer
sowjetabhängigen Partei. Wien 1979; Aichinger, Wilfried: Sowjetische
Österreichpolitik 1943–1945. Wien 1977.
6/ Fischer, Ernst: Der Weg der Provisorischen Regierung, in: Weg und Ziel,
Nr. 1/1946, S. 1–12, hier S. 6.
7/ „... im eigenen Haus Ordnung schaffen“. Protokolle des Kabinettsrates 29.
April 1945 bis 10. Juli 1945, hg. von Gertrude Enderle-Burcel, Rudolf Jerábek
und Leopold Kammerhofer. Horn, Wien 1995 (Protokolle des Kabinettsrates der
Provisorischen Regierung Karl Renner 1945, Bd. 1), S. 64 und S. 68.
8/ e.f. [Ernst Fischer]: Das neue Österreich braucht neue Menschen, in: Neues
Österreich, Nr. 20, 13.5.1945, S. 1–2, hier S. 2.
9/ e.f. [Ernst Fischer]: Noch einmal: Der gordische Knoten. Die Diskussion über
das Naziproblem, in: Neues Österreich, Nr. 287, 27.3.1946, S. 2.
10/ Altmann-Postranecky, Hella: „Hella, du bist in der Regierung!“, in:
Österreicher der 1. Stunde 1945. Katalog zur Sonderausstellung im Dr. Karl
Renner Museum Gloggnitz. Wien 1985, S. 31–35, hier S. 31.
11/ Von 1934 bis 1946. 12 Jahre Kampf für Freiheit und Demokratie. Referat des
Genossen Friedl Fürnberg (Sekretär der KPÖ) auf dem 13. Parteitag der KPÖ als
Bericht über die Arbeit seit dem 12. Parteitag (1934), hg. vom Zentral-Komitee
der KPÖ. Wien [Mai] 1946, S. 20.
12/ Ein Sieg der Demokratie, in: Österreichische Volksstimme, Nr. 45,
27.9.1945, S. 1–2, hier S. 2.
13/ Gruber, Karl: Zwischen Befreiung und Freiheit. Der Sonderfall Österreich.
Wien 1953, S. 28.
14/ Schöner, Josef: Wiener Tagebuch 1944/45, hg. von Eva-Maria Csáky, Franz
Matscher und Gerald Stourzh. Wien, Köln, Weimar 1992, S. 195.
15/ Vgl. AKG, ZPA, NL Erwin Scharf, Protokoll der Sitzung des Parteivorstands
der SPÖ am 19. Juli 1945, S. 6; Wagnleitner, Reinhold (Hg.): Understanding
Austria. The Political Reports und Analyses of Martin F. Herz. Political Officer
of the US Legation in Vienna 1945–1948. Salzburg 1984, S. 22; Rathkolb, Oliver
(Hg.): Gesellschaft und Politik am Beginn der Zweiten Republik. Vertrauliche
Berichte der US-Militäradministration 1945 in englischer Originalfassung. Wien,
Köln, Graz 1985, S. 148 und S. 158.
16/ Zur Frage der Erwartungen vgl. Mugrauer, a.a.O., S. 335–338,
17/ AKG, ZPA, Referat von Johann Koplenig auf der erweiterten Präsidiumssitzung
des ZK der KPÖ am 30. November 1945.
18/ Unser Kampf für nazireine Wahlen. Staatssekretär Ernst Fischer über die
Stellung der Kommunisten auf der Länderkonferenz, in: Österreichische
Volksstimme, Nr. 57, 11.10.1945, S. 1–2, hier S. 2.
Mitteilungen der Alfred Klahr Gesellschaft, Nr. 2/2005
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