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Verein zur Erforschung der Geschichte der Arbeiterbewegung Drechslergasse 42, A–1140 Wien Tel.: (+43–1) 982 10 86, E-Mail: klahr.gesellschaft@aon.at
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Heinrich Lammasch und die Neutralität ÖsterreichsAuch für die künftige Rolle und Entwicklung der österreichischen Neutralität
ist die Frage nach ihren Wurzeln in der jüngeren österreichischen Geschichte von
besonderer Bedeutung. Entscheidend ist vor allem die Frage, ob diese von der
österreichischen Republik 1955 gewählte und angenommene außenpolitische
Lebensform lediglich ein Geschöpf des Kalten Krieges war, oder ob sich in ihr
nicht Entwicklungslinien und Zielvorstellungen widerspiegeln, die sich auch
schon in früheren Perioden österreichischer Geschichte, natürlich vor allem des
1918 entstandenen mitteleuropäischen Kleinstaates finden. Auf diese Fragen geben
Werk und Politik Heinrich Lammasch wichtige Antworten. Darin führt nämlich eine
gerade Linie von der von ihm auch schon in verschiedenen früheren Funktionen –
vor allem als Vorsitzender des Haager Internationalen Schiedsgerichts aber auch
als Delegierter zu den Haager Friedenskonferenzen – immer wieder vertretenen
Friedenspolitik zu seiner daraus abgeleiteten Schlussfolgerung für einen
neutralen Status der neuen österreichischen Republik, die er in St. Germain und
bei Missionen in Bern 1919 vertreten wird. Gerade aus der Ideenwelt Heinrich
Lammasch wird so die enge Verbindung zwischen Neutralitätspolitik und
Friedenspolitik deutlich, ein Auftrag, der ja dann später in die Außenpolitik
der 2. österreichischen Republik beginnend vor allem in den Jahren Bruno
Kreiskys Eingang finden wird. Dr. Peter Jankowitsch, Bundesminister a. D. Mitteilungen der Alfred Klahr Gesellschaft, Nr. 3/2005 |
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